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WHO will Forschung und Innovation für neue Coronaviren beschleunigen

Schweiz/Genf. Die WHO beruft ein globales Forschungs- und Innovationsforum ein, um internationale Maßnahmen als Reaktion auf das neue Coronavirus (2019-nCoV) zu mobilisieren.

„Die Nutzung der Macht der Wissenschaft ist entscheidend, um diesen Ausbruch unter Kontrolle zu bringen“, sagte der WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus. „Es gibt Fragen, auf die wir Antworten brauchen, und wir müssen so schnell wie möglich Instrumente entwickeln. Die WHO spielt eine wichtige koordinierende Rolle, indem sie die wissenschaftliche Gemeinschaft zusammenbringt, um Forschungsprioritäten zu ermitteln und den Fortschritt zu beschleunigen.“

Das Forum, das vom 11. bis 12. Februar 2020 in Genf stattfindet, wird in Zusammenarbeit mit der Global Research Collaboration for Infectious Disease Preparedness organisiert.

Das Forum wird die wichtigsten Akteure zusammenbringen, darunter führende Wissenschaftler sowie öffentliche Gesundheitsbehörden, Gesundheitsministerien und Forschungsförderer, die die 2019-nCoV-kritische Forschung im Bereich Tiergesundheit und öffentliche Gesundheit und die Entwicklung von Impfstoffen, Therapeutika und Diagnostika sowie andere Innovationen vorantreiben.

Die Teilnehmer werden verschiedene Forschungsbereiche diskutieren, darunter die Identifizierung der Virusquelle sowie die gemeinsame Nutzung biologischer Proben und genetischer Sequenzen.

Die Experten werden auf der bestehenden Forschung zu SARS und MERS-Coronaviren aufbauen und Wissenslücken und Forschungsprioritäten ermitteln, um wissenschaftliche Informationen und medizinische Produkte zu beschleunigen, die am dringendsten benötigt werden, um die Auswirkungen des nCoV-Ausbruchs von 2019 zu minimieren.

Es wird erwartet, dass das Treffen eine globale Forschungsagenda für das neue Coronavirus hervorbringen wird, in der Prioritäten und Rahmenbedingungen festgelegt werden, die als Richtschnur dafür dienen können, welche Projekte zuerst durchgeführt werden. „Das Verständnis der Krankheit, ihrer Reservoirs, der Übertragung und des klinischen Schweregrades und die anschließende Entwicklung wirksamer Gegenmaßnahmen ist entscheidend für die Kontrolle des Ausbruchs, die Verringerung der Todesfälle und die Minimierung der wirtschaftlichen Auswirkungen“, sagte Dr. Soumya Swaminathan, Chefwissenschaftlerin der WHO.

Dadurch wird ebenso die Entwicklung und Bewertung wirksamer Diagnosetests, Impfstoffe und Medikamente beschleunigt, während gleichzeitig Mechanismen für einen erschwinglichen Zugang zu gefährdeten Bevölkerungsgruppen geschaffen und das Engagement der Gemeinschaft erleichtert werden.

„Die R&D Blueprint der WHO ist eine globale Strategie- und Bereitschaftsplattform, die die koordinierte Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen vor Epidemien vorantreibt und die rasche Aktivierung von F&E-Aktivitäten während Epidemien ermöglicht. Es beschleunigt die Verfügbarkeit von Diagnostika, Impfstoffen, Behandlungen und Technologien, die letztlich Leben retten“, fügte Dr. Michael Ryan, Exekutivdirektor des WHO-Programms für gesundheitliche Notfälle, hinzu.

Die Festlegung klarer globaler Forschungsprioritäten für das neuartige Coronavirus dürfte zu effizienteren Investitionen, qualitativ hochwertiger Forschung und Synergien zwischen den Forschern weltweit führen.

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