Deutschland

Kein Coronavirus in Schleswig-Holstein – Grippe-Fälle steigen

Schleswig-Holstein/Kiel. Das Gesundheitsministerium Schleswig-Holstein informiert wiederkehrend zum Stand in Bezug auf das Coronavirus und zur Grippe: Bislang (30.01.2020, 12.00 Uhr) sind in Schleswig-Holstein weiterhin keine bestätigten Coronavirus-Fälle gemeldet. In Abklärung befindliche Fälle haben sich bisher in keinem Fall bestätigt, so die Ergebnisse der bisherigen Labor-Diagnostiken. In Abstimmung mit den behandelnden Ärztinnen/Ärzten und den jeweiligen Gesundheitsämtern vor Ort befinden sich weiterhin Fälle in der Abklärung. Wie mitgeteilt kann das Ministerium jedoch nicht über jeden solchen Fall berichten – eine Meldepflicht über negative Befunde, also die „Entwarnung“ besteht nicht. Positive Befunde, also der Nachweis des Virus, werden gemeldet und dazu wird das Ministerium auch informieren, wenn eine Meldung vorliegt. Die Übertragbarkeit des Virus kann nach bisherigen Erkenntnissen durch geeignete Hygienemaßnahmen begrenzt werden. Zukünftige Fälle können auch in Schleswig-Holstein nicht ausgeschlossen werden, derzeit spielt insbesondere der Import von Infektionen eine Rolle. Einer weiteren Verbreitung in Deutschland wird durch infektionshygienisches Management entgegengewirkt. Dazu gehört z.B. die häusliche Isolierung von Personen, die ansteckungsverdächtig sind.

Gesundheitsminister Garg betont: „Wichtiges Ziel der Beteiligten ist es, die Erkrankung zu erkennen und Patientinnen und Patienten entsprechend isoliert zu therapieren. Eine Isolierung trägt dazu bei, eine mögliche weitere Ausbreitung zu bremsen“. Daher sei es besonders wichtig, dass Personen mit Atemwegserkrankungen, die zuvor in einem Risikogebiet waren oder Kontakt mit einem bestätigten Fall hatten, sich per Telefon an ihre Hausarztpraxis oder an die Nummer 116 117 der KVSH wenden (auch außerhalb der Sprechzeiten).

Verfahren: Das Gesundheitsministerium steht im Austausch mit den Beteiligten auf Bundes- und Landesebene. Es hat Gesundheitsämter, Ärzteschaft, Kliniken und Rettungsdienst über das vom Robert-Koch-Institut derzeit vorgesehene Verfahren informiert: Meldet sich eine Person mit Atemwegsinfektion telefonisch zur Behandlung in einer Hausärztepraxis an, so ist sie zu befragen, ob sie in den letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet (China) war oder Kontakt mit einem nachgewiesenen Fall hatte. Falls ja, ist die Patientin/ der Patient zu Hause isoliert zu halten und das zuständige Gesundheitsamt des jeweiligen Kreises oder der jeweiligen Kreisfreien Stadt von der Arztpraxis einzubinden. In Abstimmung werden weitere Maßnahmen veranlasst.

Darüber hinaus werden auch vorsorglich Fälle abgeklärt, bei denen die genannten Merkmale und damit die Definition des Robert Koch-Instituts „zur weiteren diagnostischen Klärung“ nicht vollständig zutreffen – beispielsweise keine entsprechenden Krankheitssymptome vorliegen. In Abstimmung zwischen Gesundheitsämtern und Hausarzt vor Ort können diese Personen auch häuslich isoliert bleiben, bis eine Ausschluss-Diagnostik vorliegt.

Diagnostik: Nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) werden die Abstriche (Proben aus Mund/Rachen) von Patienten zur Diagnostik an das nationale Konsiliarlabor für Coronaviren am Institut für Virologie der Charité Berlin gesendet. Veranlasst wird dies über die behandelnde/n Ärztin/Arzt in Abstimmung mit dem örtlichen Gesundheitsamt. Bis ein Ergebnis vorliegt, ist auf eine Isolierung zu achten. Um das Diagnostik-Verfahren weiter zu beschleunigen, wird derzeit am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) eine zusätzliche Diagnostik-Möglichkeit im Land aufgebaut. Auch andere Bundesländer haben eigene Diagnostiken errichtet bzw. errichten diese derzeit.

Das Ministerium erinnert erneut an Hygienemaßnahmen, die grundsätzlich Infektionen vorbeugen. Dazu gehören Handhygiene, Hustenetikette – also in den Ärmel husten und nicht in die Hand -, Abstand wahren und Schutzkleidung für medizinisches Personal.

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