Deutschland

Hessisches Ministerium trifft Vorkehrungen

Hessen. Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) hat als Reaktion auf die ersten bestätigten Fälle des neuen Coronavirus 2019-nCov in Europa seine Sicherheitsvorkehrungen ausgeweitet. „Die jüngsten Fälle in Frankreich zeigen: Trotz der in China ergriffenen Maßnahmen in China ist es möglich, dass einzelne Personen mit einer Infektion nach Europa kommen oder bereits gekommen sind. Deshalb erhöhen wir die Aufmerksamkeit für das Coronavirus und sensibilisieren sowohl medizinisches Personal als auch Öffentlichkeit“, betont der hessische Sozial- und Integrationsminister Kai Klose. „Das hessische Gesundheitssystem ist bestens darauf vorbereitet, schnell Maßnahmen zu ergreifen, damit es nicht zu einer Verbreitung kommt.“ Aktuell gäbe es keine Hinweise auf eine Ansteckungsgefahr in Deutschland. Alle Untersuchungen seien bisher negativ verlaufen.

Sozial- und Integrationsminister Kai Klose dazu:

„Wir bewerten die Situation ständig aktuell und entscheiden über mögliche Maßnahmen.“

Gesundheitsdienst in besondere Bereitschaft versetzt

Das HMSI hat den öffentlichen Gesundheitsdienst bereits in den vergangenen Tagen in besondere Bereitschaft versetzt. Dessen Ärzte stehen den Krankenhäusern, Ärzten und Rettungsdiensten jederzeit beratend zur Verfügung. Alle Maßnahmen werden eng mit dem HMSI, dem Flughafen Frankfurt am Main sowie den weiteren Flughäfen in Deutschland abgestimmt. Am Flughafen Frankfurt sind die Maßnahmen zur Untersuchung von einreisenden Passagieren mit Fieber aus den chinesischen Risikogebieten und zur Erfassung möglicher Kontaktpersonen etabliert.

Darüber hinaus stellen das HMSI, das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt und der Flughafenbetreiber Fraport bereits seit Samstag Informationen für Reisende in mehreren Sprachen bereit. Reisende nach China und aus den betroffenen Regionen werden so darüber informiert, welche Symptome die Krankheit begleiten und wie sie sich verhalten sollen, falls diese Symptome auftreten.

Falls Personen aus China einreisen und während eines Fluges erkranken, werden sie bereits im Flugzeug isoliert und am Flughafen von Ärzten des öffentlichen Gesundheitsdienstes untersucht. Sollte aufgrund der ärztlichen Untersuchung der Verdacht bestehen, dass eine Person mit dem neuen Coronavirus infiziert ist, wird sie in ein Krankenhaus gebracht und die übrigen Passagiere des betreffenden Fluges werden über den Krankheitsverdacht bzw. mögliche Ansteckungen informiert. Nur wenn ein begründeter Verdacht besteht (Aufenthalt in Risikogebieten, Anzeichen einer Lungenentzündung), dass eine Person tatsächlich an nCoV erkrankt sein und während des Fluges andere Passagiere angesteckt haben könnte, werden weitere Maßnahmen für einige oder alle Passagiere empfohlen.

Am Sonntag hat eine aus China kommende Maschine vor ihrer Landung einen Passagier mit Fieber gemeldet. Die Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes waren vor Ort und haben den Patienten befragt und untersucht. Bei diesem Patienten konnte eine Erkrankung mit dem neuen Coronavirus entkräftet werden, er hatte sich auch weder in dem chinesischen Hochrisikogebiet aufgehalten noch Kontakt mit Kranken gehabt. Das gilt auch für alle anderen Fälle, die sich in den Kliniken vorgestellt haben.

Aufgrund der aktuellen Wintersaison sind die meisten fiebrigen Erkrankungen Begleiterscheinungen einer Influenza.

Testverfahren steht in verschiedenen Laboren zur Verfügung

Der Kontakt mit Kranken in einem der bezeichneten chinesischen Risikogebiete gilt als starkes Indiz für eine mögliche Ansteckung. Eine spezielle Diagnostik zum Coronavirus wird eingeleitet, wenn Symptome einer Lungenerkrankung (wie Fieber oder Husten) vorliegen, die erkrankte Person sich in den letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten hat und ein Influenza-Schnelltest negativ verlief. Ein Testverfahren zum Nachweis des Coronavirus in den tiefen Atemwegen steht in verschiedenen Laboren zur Verfügung – in Hessen in der Virologie der Universitätskliniken in Marburg und Frankfurt.

Da derzeit noch keine gesicherten Erkenntnisse über die Herkunft des Virus, den Übertragungsweg und die Inkubationszeit vorliegen, passt das HMSI die Risikoeinschätzung in Bezug auf die weitere Verbreitung ständig an neue Informationen an. Grundlage dafür sind die Berichte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie die Risikoeinschätzungen des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) der Europäischen Union und des Robert-Koch-Instituts (RKI). „Das HMSI bewertet alle eingehenden Informationen ständig aktuell und entscheidet, ob weitere Maßnahmen getroffen werden müssen“, so Klose.

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