Deutschland

Einzelheiten zum 47. Infizierungsfall in Deutschland – Erster in Hessen

Hessen/Wiesbaden. Auf einer Pressekonferenz am Donnerstag, den 28.02.2020, im Kreishaus Wetzlar informierte Sozial- und Integrationsminister Kai Klose gemeinsam mit dem Landrat des Lahn-Dill-Kreises, Wolfgang Schuster, der Leiterin des Gesundheitsamts des Lahn-Dill-Kreises, Dr. Gisela Ballmann, sowie Prof. Dr. Stephan Becker, dem Leiter der Virologie des Universitätsklinikums Marburg, über die aktuelle Situation.

Erster Fall in Hessen bestätigt – Mann hielt sich zuvor in Italien auf

Am späten Donnerstagabend, den 28.02.2020, wurde der erste Fall des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Hessen bestätigt. Bei dem Patienten handelt es sich um einen 31 Jahre alten Wetzlarer Bürger mit milden grippeähnlichen Symptomen. Er wurde stationär in der Lahn-Dill-Klinik in Wetzlar aufgenommen. Der Mann hielt sich bis Sonntag, den 23.02.2020, in der Lombardei auf, die vom Robert-Koch-Institut am gestrigen Donnerstagabend ebenfalls zum Coronavirus-Risikogebiet erklärt wurde.

Minister Klose lobt den beispielhaften Ablauf

Minister Klose betonte dort, dass die bislang präventiv ergriffenen Maßnahmen greifen: „Wir haben hier im Lahn-Dill-Kreis ein standardisiertes Verfahren gesehen, das beispielhaft abgelaufen ist. Es gab einen Verdachtsfall, der sich im Labor in der Virologie des Universitätsklinikums Marburg bestätigt hat. Anschließend haben wir schnellstmöglich die Öffentlichkeit informiert.“

„Da sich das Coronavirus zunehmend in Europa ausgebreitet hat, haben wir im Lahn-Dill-Kreis auch im Vorfeld bereits entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Wir haben uns darauf eingestellt, dass wir wirksam, schnell und zeitnah helfen können“, sagte Landrat Wolfgang Schuster. „Der Patient, der positiv getestet wurde, hat alles richtig gemacht: Nachdem er aus der Lombardei zurückgekommen war, hat er sich in dieser Woche bei unserem Gesundheitsamt gemeldet. Ein Abstrich wurde vorgenommen und seit gestern Abend wissen wir, dass der Test positiv ist.“

Infektionsketten unterbrechen

Die Gesundheitsämter in Hessen stehen in ständigem, regelmäßigen Austausch mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration. „Unser oberstes Ziel ist es, Infektionsketten zu unterbrechen, um die Weiterverbreitung des Virus einzudämmen“, erklärte Dr. Gisela Ballmann, Leiterin des Gesundheitsamts des Lahn-Dill-Kreises. Ihre Behörde ermittelt und befragt derzeit Kontaktpersonen des Patienten. Bei engem persönlichem Kontakt zum Erkrankten werde häusliche Quarantäne verhängt. Frau Dr. Ballmann rief die Bevölkerung dazu auf, sich bei Fragen nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet oder Gebieten mit Fällen von Coronavirus-Infektionen telefonisch an ihr jeweiliges Gesundheitsamt zu wenden, um die persönliche Situation mit den dortigen Expertinnen und Experten zu besprechen.

Prof. Dr. Stephan Becker, Leiter der Virologie des Universitätsklinikums Marburg, betonte, dass Krankenhäuser und das gesamte Gesundheitssystem gut auf den Ausbruch vorbereitet seien, da die Verbreitung ähnlich wie bei der Influenza verlaufe. „Wir müssen uns aufgrund der leichten Übertragbarkeit jedoch darauf einstellen, dass es nicht bei diesem einen Fall bleiben wird“, so Prof. Becker. „Das Virus verursacht allerdings in den meisten Fällen eine milde Erkrankung.“

Appell an die Bevölkerung – Solidarität mit Betroffenen zeigen

Minister Klose appellierte außerdem an die Bevölkerung, Solidarität mit Patienten zu zeigen, die am neuartigen Coronavirus erkranken. „Es ist verständlich, dass Menschen besorgt sind und Angst haben. Wir werden Sie deshalb stets transparent informieren. Es gibt keinen Grund zur Panik. Wir sollten uns darauf konzentrieren, diejenigen, die erkranken, zu behandeln und so die Bevölkerung zu schützen“, so Klose.  Er wies auch nochmals auf die hessenweite Hotline hin, unter der sich die Bürger zum Coronavirus informieren können. Diese ist unter der Telefonnummer 0800 – 5554666 erreichbar.

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